Andere Typen der Glykogenose

Glykogenose durch Phosphorylase-Kinase-Mangel

Die Typ VI A (VIII)- und die Typ IX-Glykogenspeicherkrankheiten (GSD VI A, GSD IX) sind durch einen Mangel der Phosphorylase-Kinase verursacht. Die Phosphorylase-Kinase ist an der Aktivierung der Leber-Phosphorylase beteiligt. Die GSD VI A macht etwa 80% der Typ VI-Glykogenosen (d.h., der Glykogenosen mit primärem und sekundärem Leber-Phosphorylase-Mangel) aus. Die klinische Progredienz ist, wie beim Typ VI B, meist sehr moderat, es gibt aber auch schwerer verlaufende Formen. Die Phosphorylase-Kinase besteht aus 16 Untereinheiten, nämlich aus 4 Tetrameren mit je einer Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Untereinheit. Die GSD VI A wird X-chromosomal-rezessiv vererbt. Ursache ist ein Defekt der regulatorischen Alpha-Untereinheit, die vom PHKA2-Gen in der Region Xp22 kodiert wird. Beim Typ XLG1 besteht der Enzymdefekt in Erythrozyten und Leberzellen, beim Typ XLG2 nur in Leberzellen, die Mutationen betreffen jedoch in beiden Fällen die gleiche Untereinheit. - Die Typ IX-Glykogenspeicherkrankheit wird autosomal-rezessiv vererbt und macht etwa 10% der GSD VI-Fälle aus. Sie ist durch einen Mangel der Phosphorylase-Kinase verursacht, der in Leber, Muskel und Erythrozyten exprimiert ist. Außer einer leichten Hypotonie fehlen aber Symptome von seiten der Muskulatur. Die ursächlichen Mutationen liegen im PHKB-Gen (in 16q), das für die regulatorische Beta-Untereinheit der Phosphorylase-Kinase kodiert. - Einige Erkrankungsfälle mit ausschließlicher und sehr schwerer Leberbeteiligung (Zirrhose) und autosomal-rezessiver Vererbung waren durch Mutationen im PHKB2-Gen (in 16p) verursacht, das für die katalytische Gamma-Untereinheit kodiert. Andere seltene Fälle hatten eine isolierte Muskelbeteiligung, bei 1 Fall war nur der Herzmuskel betroffen.

Quelle

Dr. I. Maire, Dr. R. Froissart: Glykogenose durch Phosphorylase-Kinase-Mangel
Orphanet Enzyklopädie, Juli 2003
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Glykogenose durch LAMP-2-Mangel

Das Danon-Syndrom ist eine lysosomale Glykogen-Speicherkrankheit mit Mangel des Lysosomen-assoziierten Membranproteins 2 (LAMP-2). Dessen genaue Funktion ist bisher nicht bekannt, vermutet wird eine Beteiligung bei der Autophagie. Die Krankheit wird X-chromosomal-dominant vererbt und ist mit nur 13 bekannten Fällen extrem selten. Typischerweise beginnt die Krankheit bei Knaben nach dem 10. Lebensjahr. Konstante Symptome sind eine schwere Kardiomyopathie und unterschiedlich schwer ausgeprägte Schwäche der Skelettmuskulatur. Sehr häufig ist auch eine geistige Retardierung. Auch Mädchen und Frauen können schwer betroffen sein, der Beginn ist jedoch später als im männlichen Geschlecht. Bei 2 von 4 Fällen mit früh beginnender Autophagie-Vakuolen-Myopathie wurde nach weiterer Analyse ein Danon-Syndrom ausgeschlossen. Die biologische Diagnose basiert auf dem Nachweis einer normalen oder erhöhten Aktivität der Sauren Maltase, durch den muskelbioptischen Nachweis von Vakuolen mit Glykogen und zellulären Abbauprodukten und durch den immunhistochemischen Nachweis des Fehlens des LAMP-2-Proteins. Mehrere Mutationen sind im LAMP2-Gen (Chromosomenregion Xq24) gefunden worden. Hierdurch kann die Krankheit pränatal diagnostiziert werden. Es gibt keine spezifische Therapie. Nur eine Stützung der Herzfunktion kann angeboten werden. Bei 1 Patienten wurde erfolgreich eine Herztransplantation durchgeführt.

Quelle

Dres. R.Froissart und I.Maire: Glykogenose durch LAMP-2-Mangel
Orphanet Enzyklopädie, Januar 2002
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